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. . . glücklich, wenn das Leben siegt !

Ingeborg Pawlowski im Züchterporträt

Das nachfolgende Züchterporträt über Ingeborg Pawlowski
schrieb eine junge Journalistin aus Hamburg*.
Es erschien in der März-Ausgabe 2003 des "Malteser-Journal",
der einzigen Malteser-Rassespezialzeitschrift in Deutschland.

Über Jahrzehnte lebte das Ruhrgebiet mit dem Image des „Kohlenpotts". Doch wo im Norden das Ruhrgebiet seinen Ausgang findet, in Dinslaken, in Dorsten, in Recklinghausen und in Wesel, da wird der „Kohlenpott" ländlich. Eine landwirtschaftlich-ländliche Idylle mit viel Wald, mit viel Grün, mit einer ausgeprägten Naherholung für die Menschen des Ruhrgebiets. Dort, am Nordrand des einstigen industriellen Ballungsgebietes, liegt die Gemeinde Schermbeck, die politisch zum Kreis Wesel gehört. Schermbeck zählt rund 14.000 Einwohner, von denen ein guter Teil nicht in der Gemeinde selbst, sondern in den zahlreichen umliegenden Gemeindeteilen mit ihren vielen Gehöften lebt. Auf einem dieser Gehöfte lebt Ingeborg Pawlowski mit ihrer Familie und führt dort die Malteser-Zucht „Caprice" und die Yorkshire-Terrier-Zucht "El Laboné".

In den letzten Jahren sind auch Kinder von Ingeborg Pawlowski mit eigenen Zwingernamen in die Malteser-Zucht „eingestiegen"; die Söhne Mirko („Clemon"), Ingo („Cinderella") und Tochter Bianca („Chevignon"). Doch während Ingo und Mirko noch sehr stark von Ingeborg Pawlowskis Wissen und ihrer langjährigen Erfahrung abhängig sind, sieht das bei Tochter Bianca schon anders aus. Bianca Pawlowski ist seit vielen Jahren in der Malteser-Ausstellungsszene, mehr noch bei den Yorkshire-Terriern „ein Name", die das so genannte „Grooming" und „Handling" sehr professionell ausübt. In letzter Zeit leider nicht mehr so häufig, weil die berufliche Ausbildung die meiste Zeit in Anspruch nimmt.

Gäste sind bei Ingeborg Pawlowski und ihrer Familie gern gesehen, wenn sie denn in Freundschaft kommen. Dann wird die Hausherrin nicht müde, Freunden stolz ihre Welpen vorzuführen. Besonders gern tut sie das in der Sommerzeit - dann haben die ganz jungen Malteser die Gelegenheit, sich im großen Garten unter den Bäumen richtig austoben und sich den Gästen besonders gut zeigen zu können.

1982 war es, als Ingeborg Pawlowski die Einzigartigkeit und Eleganz der Malteser so beeindruckten, dass sie beschloss, sich dieser Rasse zu widmen. „Wie jeder Hundebesitzer, dem der erste Hund in der Erinnerung unvergänglich ist, so empfinde ich auch", sagt Ingeborg Pawlowski. „Meinem ersten Malteser, der Hündin ,Pillowtalk's Sweet Sriyani' (,Sweety'), kommt deshalb ein besonderer Stellenwert zu."

In den ersten Jahren ihrer züchterischen Tätigkeit fuhr Ingeborg Pawlowski sehr viel zu Ausstellungen, war glücklich über die ersten Erfolge ihrer Schützlinge. „Aber ich war auch sehr traurig, wenn es nicht so gut lief", sagt sie rückblickend und war längst nicht mit jeder Entscheidung des jeweiligen Zuchtrichters einverstanden, akzeptierte sie aber letztendlich wie so viele Aussteller vor und nach ihr ohne lautes Murren. „Was aber viel wichtiger war", ist sie heute sicher, „ich konnte lernen. Und ich wollte lernen. Nicht nur Tipps fürs richtige Trainieren und Präsentieren der Hunde waren mir wichtig. Wichtig waren mir vor allem Tipps von namhaften Ausstellern und Züchtern für die Pflege, mehr noch für die Malteser-Zucht." Es war dies die Zeit, in der Ingeborg Pawlowski lernte, „Ahnentafeln zu lesen". So verbringt sie oft Stunden mit dem Studium von Pedigrees. „Für mich ist es wichtig, dass ich nicht irgendeine Verpaarung vornehme, sondern dass der Rüde und die Hündin auch ,zusammen passen'. Vor jeder Verpaarung frage ich mich: Was will ich in diesen Welpen verstärken und/oder verbessern?"

Championtitel und große Zuchtschau-Erfolge waren es ohnehin nicht, die Ingeborg Pawlowski in den Jahren, als ihre Malteser-Zucht wuchs, anstrebte. Zahlreiche Malteser aus ihrer Zucht wurden Jugend-Champion, wurden Clubjugendsieger. Championtitel errangen Malteser aus ihrer Zucht erst, als Käufer ihrer Welpen selbst in die Ausstellungsszene kamen. Als erste in dieser Reihe machten „Caprice Beautiful Quincy" und „Caprice Dario" auf sich aufmerksam - „Deutscher Champion" der eine, „Europajugendsieger" und „Deutscher und Luxemburgischer Jugend-Champion" der andere. „Caprice Severin" - Besitzerin ist Carmen Schubert aus Köln - errang die Titel „Internationaler Champion" und „Deutscher Champion". „Dabei", erinnert sich Ingeborg Pawlowski, „war Severin für die Schau eigentlich gar nicht vorgesehen." Umso bemerkenswerter, was Carmen Schubert daraus machte. Auch „Caprice Garrett" mit seiner Besitzerin Heike Danschewitz wurde „Deutscher Champion", ebenso wie sein Wurfbruder „Caprice Gianluca", der zurzeit mit seiner Besitzerin Christa Hupperich auf dem Weg zum „Internationalen Champion" ist.

Zwischen Anfang und Mitte der 90er Jahre wurden die Schaubeteiligungen von Ingeborg Pawlowski immer seltener, statt ihrer übernahm Tochter Bianca diesen Teil, die ab 1996 mit Horst Hupperich aus Oberhausen zum Teil weite Fahrten zu Ausstellungen machte, die erst dann seltener wurden, als die Schul-Endzeit und die anschließende berufliche Ausbildung Bianca Pawlowski dazu immer weniger Zeit ließen.

Für Ingeborg Pawlowski stand mit zunehmender Erfahrung mehr und mehr ihre züchterische Tätigkeit im Vordergrund: „Für mich war immer wichtig, ,meinen' Typ Malteser zu züchten, all das, was ich gelernt hatte, in ,meinen' Typ umzusetzen." Das Idealbild, das ihr vorschwebt, findet sich nach ihrer Meinung am ehesten in der amerikanischen Zuchtrichtung. „Ich mag den niedlichen, puppyhaften Typ mit den kurzen Gesichtern, obwohl ich weiß, dass dies nicht bei allen gut ankommt. Ich bin sicher, man kann nicht wirklich seinen Typ finden und entwickeln, wenn man im Jahr nur einen oder zwei Würfe züchtet. Und das Wort ,Zucht' bedeutet ja, den Rassestandard zu verbessern, dem Ideal des Rassestandards immer wieder ein Stück näher zu kommen. Kein ernsthafter Züchter wird sich mit ,Stillstand' zufrieden geben - sonst wäre er nur ein bloßer Hundevermehrer."

Man merkt, dass ihr dies besonders am Herzen liegt, wenn sie sagt: „Ein klarer, sachlich fundierter Rasseverstand ist absolutes Muss. Jeder Züchter sollte der härteste Richter seiner Hunde sein, Fehler suchen und versuchen, ihnen züchterisch zu begegnen. Das ist auch der Grund, warum ich Heimwerkeln als Züchter ablehne. Effektive Zucht im Sinne einer Rasseverbesserung geht nur mit 100-prozentigem Engagement. Züchten erfordert den ganzen Menschen. Ein bisschen Freude am Züchten ist Halbwerk. Leidenschaft und absolute Hingabe zur Rasse, zu den eigenen Hunden, zur gesamten damit in Verbindung stehenden Arbeit ist ein Muss. Wer als Züchter kein Durchhalte- und Leistungsvermögen hat, sollte nicht züchten. Es bringt einen Züchter keinen Schritt weiter, wenn er die Welpen, die er züchtet, um jeden Preis ,schön redet', weil er ja nur diesen einen Wurf im Jahr hat." Mit dieser Meinung steht Ingeborg Pawlowski nicht allein da; sie weiß, dass dies auch die Meinung zahlreicher ernsthafter Züchter nicht nur in Deutschland, sondern in aller Welt ist.

Und dann kommt sie doch bei dem Thema „Idealbild" noch etwas ins Grübeln. Auch wenn Ingeborg Pawlowski nicht sehr viel zu Ausstellungen fährt, so hat sie doch mit vielen Züchtern und Ausstellern, auch ausländischen, Kontakt. Und sie findet in den Maltesern aus der amerikanischen Zuchtrichtung das, was am ehesten ihrem Idealtyp entspricht, obwohl sie ursprünglich, in ihren „Anfangsjahren", die englische Zuchtrichtung favorisierte. „Man kann heute gar nicht mehr sagen, in diesem oder jenem Land findet man diesen oder jenen Typ Malteser. Frankreich war bekannt dafür, dass dort der etwas kompaktere Typ bevorzugt wird. Und doch habe ich französische Aussteller gesehen und französische Richter erlebt, die durchaus den zierlicheren Malteser-Typ pflegten bzw. bevorzugten. Andererseits wurden Italien und England immer als die Länder des zierlicheren Typs beschrieben, aber von dort sieht man in Deutschland auch den kompakten, kräftigeren Typ." Allgemein aber bemängelt Ingeborg Pawlowski, dass die Haare, mit das wesentlichste Merkmal der Rasse Malteser, nicht immer gut sind. „Auf die Haarqualität müsste vom Züchter mehr Wert gelegt werden."

„Es ist heute so, dass ich einen Malteser, wenn ich ihn dafür geeignet halte, mit etwa neun bis zehn Monaten in die Ausstellung gebe", sagt Ingeborg Pawlowski. „Ich strebe mit einem jungen Malteser nach Möglichkeit den Jugendchampion-Titel an. Mehr muss nicht sein." Mehr könnte sein, denn im Laufe der langen Jahre ihrer züchterischen Tätigkeit ist es Ingeborg Pawlowski gelungen, einen sehr attraktiven Maltesertyp zu züchten. Zurzeit sind es vielleicht fünf bis sechs Malteser, die sie in Ausstellungskondition hält, allen voran einen Sohn von Champion „Caprice Gianluca", „Clemon Fips", dem bei einer CAC-Gemeinschaftsschau im letzten Jahr in der Dortmunder Westfalenhalle das Kunststück gelang, alles zu gewinnen - vom Jugend-CAC bis zum Prädikat „Best in Show". Ein weiterer Sohn von „Gianluca", „Clemon Ammon", macht ihr und seiner Mitbesitzerin Christa Hupperich ebenfalls viel Freude. „Ausstellung und Zucht waren und sind für mich die Dinge, die im Vordergrund stehen. Agility ist eine lustige Sache, für die beteiligten Hunde auch sicher anspruchsvoll, aber man sollte sich nicht verzetteln", ist ihre Meinung.

Was Ingeborg Pawlowski ihrer damals 15-jährigen Tochter Bianca, als diese mit dem Ausstellen begann, geraten hat, rät sie auch allen anderen, die „ihre" Hunde ausstellen: „Man muss bei jeder Schau das Optimale erhoffen, aber mehr noch muss man die Kunst erlernen, nach Niederlagen die Enttäuschung zu beherrschen. Sonst wird daraus eines Tages eine Besessenheit, die niemandem gut tut, besonders nicht dem Hund.

Das Wort Enttäuschung benutzt sie auch, wenn sie nach Ratschlägen für Neu-Züchter gefragt wird: „Jeder Züchter, ob er gerade anfängt, ein solcher zu werden, oder ob er schon ein ,alter Hase' ist, wird Enttäuschungen erleben, Rückschläge. Es ist deprimierend zu erleben, wenn Welpen tot geboren werden oder kurz nach der Geburt sterben, wenn die Mutterhündin eine Geburt nicht überlebt. Es geht einem Züchter an die körperliche und seelische Substanz, wenn er tage- und nächtelang darum kämpft, das Leben der Mutter und ihrer Welpen zu erhalten. Ein Züchter ist tief enttäuscht, wenn er es nicht schafft, und glücklich, wenn das Leben siegt. Das sollte jeder bedenken, der die Zucht von Hunden wagen will. Und vor allem sollte sich jeder Neuzüchter vor Augen halten, dass mit der verantwortungsvollen und ernsthaften Hundezucht ,der schnelle Euro' nicht zu machen ist. Jeder, der mit der Hundezucht beginnt, sollte bedenken, dass mit der Zucht kein Geld verdient werden kann. Die Unkosten, die entstehen, vor allem durch den Zeitaufwand, stehen in der Regel in keiner Relation zum vermeintlichen Gewinn." Generell aber bescheinigt sie allen, die sich mit der Zucht und Aufzucht von Maltesern beschäftigen, heute sehr viel aufgeklärter als früher zu sein. „Durch Literatur, Filme und vieles andere ist der Malteserzüchter heute in seinem Wissen auf einem ganz anderen Stand als vor 15 oder 20 Jahren. Allerdings sollte in der heutigen Zeit wieder mehr der Idealismus beim Züchtern im Vordergrund stehen, nicht so sehr das Materielle den Ausschlag geben."

Bei allen Enttäuschungen, die sie wie fast jeder Züchter erlebt hat, ans Aufhören hat sie nie gedacht. Im Gegenteil, Ingeborg Pawlowski hat versucht, aus den erlebten Enttäuschungen auch positiven Nutzen zu ziehen. „Man muss als Züchterin versuchen, das Risiko zu minimieren, sodass Enttäuschungen so weit als möglich auszuschließen sind. Dazu gehört, dass die Zuchthündinnen nicht klein sein dürfen. Es nützt niemandem etwas, wenn ich eine bildschöne, aber kleine Hündin in der Zucht einsetze, und damit am Ende womöglich die Gesundheit und das Leben der Hündin gefährde." Was sie möchte, ist klar: „Ich möchte mit kerngesunden, charakter- und wesensfesten Malteser-Rüden und -Hündinnen eben solche Malteser züchten. Meine Malteser, die ich züchte, müssen nicht Woche für Woche oder Monat für Monat irgendwelche Championtitel und Pokale nach Hause tragen. Wenn mir ein anerkannt renommierter Tierarzt sagt, dass meine Malteser auch mit neun oder elf Jahren noch topfit und kerngesund sind, dann ist das besser als jeder Pokal."

Unter den Maltesern, die sie im Laufe der Jahre besessen und gezüchtet hat, gab es keinen besonderen Favoriten, wohl aber Hunde, die wegen unterschiedlicher Gründe besonders herausragten. Dazu gehört sicher der Rüde „Caprice Ammon", einer ihrer ersten Eigenzüchtungen, mit dem sie sehr schöne ausstellerische Erfolge hatte, mit dem sie aber noch mehr züchterische Erfolge hatte. Dazu gehören aber auch die Hündinnen „Sweety", „Dona Carina", „Candy", „Xaveria" und viele andere, die zum Teil aufgrund ihres Alters heute nicht mehr in der Zucht stehen, die sich aber als excellente Zuchthündinnen bewährt haben. Alle älteren Hunde, die nicht mehr in der Zucht stehen, leben nach wie vor im Hause Pawlowski, „was mir im Laufe der Zeit viel Kritik eingebracht hat und immer noch einbringt", merkt Ingeborg Pawlowski an, „aber ich habe es nicht über mich gebracht, die Hunde, deren Aufwuchs ich erlebt habe, im Alter wegzugeben wie einen Gegenstand, den man nicht mehr braucht". Wohl auch deshalb, weil sie immer gutes eigenes „Zuchtmaterial" - „ein hässliches Wort", findet Ingeborg Pawlowski - hatte, erübrigte sich der Import von Zuchtrüden oder -hündinnen.

Aus diesem Grunde spielte für Ingeborg Pawlowski die Frage keine Rolle, ob andere Malteser Ihrem Idealtyp entsprechen. Natürlich gab es Malteser, die sie beobachtete, deren Eigenschaften sie schätzte und überzeugten. „Del Zarzoso Papanatas" war einer dieser Malteser, der sich auch in ihren Zuchtlinien wiederfindet.

Wohl hat sie exportiert. Malteser aus dem Zwinger „Caprice" machten ihren Weg bis nach Südafrika und Kalifornien. Und manchmal wurden sie mit einem sorgenvollen Blick ihrer Züchterin verabschiedet. „Nicht jeder, der zu mir mit dem Wunsch nach einem Malteser kommt, wird mit einem Malteser nach Hause gehen. Wie viele andere Züchter, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, prüfe ich sehr genau, wohin und zu wem meine Malteser kommen sollen. Wenn ich der Meinung bin, dass meine Malteser nicht optimal versorgt werden können, dann lehne ich einen Kaufwunsch ab. Manche andere Züchter, die ich kenne, handeln ebenso."

Malteser sind aber nicht die einzige Rasse, die bei Ingeborg Pawlowski eine Rolle spielt. Angefangen hat sie eigentlich mit Yorkshire-Terriern, aber „die Malteser weckten in besonderem Maße meinen züchterischen Ehrgeiz", sagt sie heute und sitzt doch da mit einem Wurf bildschöner Yorkie-Welpen. „Malteser und Yorkshire-Terrier passen nicht nur farblich zusammen, sondern sind sich vom Charakter her auch ziemlich ähnlich, obwohl der eine ein Terrier ist und der andere nicht." An zwei Namen sei in diesem Zusammenhang erinnert: „El Laboné A'Mon Cherie" und „El Laboné Jasmin". „Cherie", der Rüde, ein Enkel des legendären Weltsiegers „Ever Trouble of Millmoor", war ein vorzüglicher Ausstellungs-Yorkie. „Jasmin", Tochter des Weltsiegers „Marillion's Benjamin", stand „Cherie" in nichts nach und holte viele Male bei Zuchtschauen das BOB des rassebesten Yorkshire-Terriers. Und einem weiteren Enkel von „Ever Trouble", dem Rüden „El Laboné Every Song of Jonah", dessen Mitbesitzerin Christa Hupperich ist, gelang etwas, was nicht sehr vielen Yorkies bisher gelungen ist. Mit seinem Handler Horst Hupperich holte er sich innerhalb von sechs Monaten die Titel „Deutscher Jugend-Champion" des 1. DYC und des KfT, der beiden rassebetreuenden Vereine, dazwischen noch den Titel „Europajugendsieger".

Und während Ingeborg Pawlowski die quirligen Yorkie-Welpen zu bändigen sucht, bringt Tochter Bianca einen Wurf Malteser-Welpen dazu, und ein liebervoller Blick gleitet über die acht kleinen Hundeköpfe. Sie nennt das „ein Innehalten, ein Umweltvergessen, ein Durchatmen", dieses Sitzen mit den Welpen in den Händen. „Solche Momente", sagt die Züchterin, „entschädigen für vieles, auch für manche Sachen, an die ich nicht gerne zurück denke." Die „Sachen", die sie meint, waren bestimmt durch mancherlei Missgunst anderer Züchter, durch manche gehässigen Redereien. Aber die Brocken hinzuwerfen wäre nicht ihr Ding gewesen, denn „es gab auch sehr viel Positives und Schönes, Leute, die mir geholfen haben, die mir Tipps gegeben haben, und dafür bin ich heute noch dankbar." Und sie empfindet Demut gegenüber dem, der das, „was wir kleinen Menschen planen, wachsen und gedeihen lässt".

Ann-Kathrin Bernrath

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*Die Autorin, 1966 in Hamburg geboren, arbeitete in Norddeutschland und Berlin. Seit 1997 ist sie als freie Journalistin im Ruhrgebiet tätig.